WordCamp 2014 in Hamburg: Mein Eindruck

Vom 14. – 16. Juni 2014 traf sich die Deutsche WordPress Community in Hamburg zum WordCamp Hamburg. Zwei Tage lang gab es Sessions, Talks, Workshops und viele Gespräche über Themen rund um WordPress. Am Montag den 16. haben sich dann Teile der Community zum Betahaus Hamburg begeben um aktiv am Contributor Day WordPress zu verbessern, Tickets zu lösen und einfach der Community gegenseitig zu helfen.

Ich habe mich kurzfristig nach Hamburg begeben um zum einen von der Community zu lernen und sie kennen zu lernen und um mein neues Plugin Dicenits etwas zu bewerben. Dafür durfte ich sogar 7min einen Lightning Talk halten.

WordCamp Hamburg 2014 Logo

Meine Entscheidung nach Hamburg zum WordCamp zu gehen war sehr kurzfristig und eigentlich nicht typisch für mich. Ich plane solche Dinge lieber länger im voraus. Aber nur knapp 3 Wochen vor dem Camp habe ich Flug gebucht und ein Zimmer über Airbnb gesucht. Dennoch muss ich sagen es war die richtige Entscheidung.

Mein erstes WordCamp

Ich rutsche ja erst langsam in die WordPress Community rein und bin jetzt schon überwältig von der Freundlichkeit der Menschen. Ein wichtiger Grund für mich zum WordCamp zu fliegen war definitiv die Community kennenzulernen und mich zu vernetzen. Und dieses Ziel habe ich auf jeden Fall erreicht.

Mit Dicentis fange ich erst an für WordPress zu entwickeln und mich langsam in der Community zu beteiligen. Genau deshalb ist es nicht verkehrt sich mal ein eigenes Bild von den Leute zu machen die die Deutsche WordPress Community prägen.

Ein kleines Lagerfeuer bei der After-Party nach dem ersten Tag auf dem WordCamp Hamburg.

Das WordCamp

Auf dem WordCamp wurden zwei Tage lange Sessions zu unterschiedlichen Themen auf verschiedenen Leveln angeboten. Für mich waren vor allem die technischen Themen interessant aber auch ein Blick über den Tellerrand ist bekanntlich nie verkehrt.

Zé Fontainhas – Keynote

Nach der kurzen Begrüßung der Organisatoren hat Zé Fontainhas das WordCamp mit einer Keynote eröffnet. Zé ist der Kopf hinter WordPress Polyglots und organisiert viele Meetups oder auch WordCamps in Europa. Er ist relativ bekannt in der WordPress Szene und viele schätzen seine Meinung. Und das ist gut, denn seine Keynote war keine leichte Kost.

Er hat mit seiner Eröffnung ein bisschen die Deutsche Community versucht wachzurütteln. Die Deutsche WordPress Community ist eine der ältesten aber allerdings nicht wirklich sichtbar. Er appellierte mit seiner Keynote an jedem einzelnen sich einzubringen damit Deutschland wieder eine aktive und vor allem sichtbare Community in der WordPress Szene zeigt.

Lightning Talks

Ein Lightning Talk ist ein ganz kurzer Vortrag über ein bestimmtes Thema. Die Länge beträgt nicht mehr als 5min mit anschließend paar Fragen wenn gewünscht. Zwei Sessions dazu gab es auf dem Camp und das schöne ist, dass die Organisatoren diese Slots für die Community geöffnet haben. Sprich, wer was sagen wollte oder zu sagen hatte konnte dies tun. Ich habe gleich mal die Gelegenheit ergriffen und mein neues Plugin Dicentis vorgestellt.

Dadurch konnte ich meine Follower Zahl von @DicentisPodcast um über 100% steigern! Von 5 Follower auf 11 😉 Aber abgesehen von diesem gigantischen Zuwachs war vor allem mein Ziel die Idee des Plugins weiterzugeben. Wie erwartet gab es Befürworter und auch Kritiker. Von einigen habe ich gehört, dass sie die Idee schön finden und das Projekt weiter verfolgen werden. Von einem kam sogar gleich eine Überlegung, ob er das Plugin zukünftig verwenden würde. Aber natürlich gab es die berechtigte Frage warum ich ein neues Plugin mache und nicht bestehende erweitere. Gerade mit Podlove gibt es ja schon ein schönes Podcast Plugin und die hätten sich sicherlich über die Hilfe gefreut. Das streite ich nicht ab. Aber für unsere Entscheidung gab es Gründe. Ich denke zudem, dass beide Plugins von einander Profitieren können. Schließlich gibt es auch nicht nur ein SEO Plugin als Beispiel.

In Objekten denken. Workshop OOP

Thomas Scholz (@toscho) hat am zweiten Tag einen sehr interessanten Talk gehalten, der mich vor allem gereizt hat. Er ist ein Befürworter für OO Programmierung und hat seinen aktuellen Ansatz vorgestellt wie man mit Objekten umgeht im WordPress.

Ich habe OOP auch gelernt und wende es auch aktiv an. Allerdings noch nicht in WordPress. Seine Idee ist faszinierend aber mir noch nicht 100%tig aufgegangen. Ich muss mich da noch mal genauer beschäftigen und vor allem Beispiele studieren. Aber die Idee gefällt mir und ich werde versuchen dies ggf. in Dicentis einzusetzen.

Internationalization and Localization in WordPress

Ein großes Thema auf dem WordCamp war Sprachen und die damit zusammenhängende Lokalisierung, also die Möglichkeit Komponenten (Core, Themes, Plugins, etc.) in andere Sprachen zu übersetzen. Dazu gab es verschiedene Talks und dies wird auch „The next big thing“ in WordPress. Es wurde bereits angekündigt, dass mit WordPress Version 4.x diesem Thema mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden soll.

Zwei Dinge auf die ich mich freue ist, dass es zukünftig möglich sein wird, die Sprache via das Backend zu wechseln und WordPress soll dann alle nötigen Sprachdateien automatisch runterladen. Man muss dann nicht mehr manuell in der wp-config.php Datei die Sprache ändern und umständlich .po und .mo Dateien laden.

Des Weiteren finde ich die Idee von Language Packs interessant. Damit soll die Sprache entkoppelt werden von Plugins und Themes. Der große Vorteil ist, dass Sprachen nicht auf den Release-Zyklus von Plugins und Themes abhängig sind. Wenn Teile eine Plugins neu übersetzt worden sind kann dies direkt über das WordPress Backend geladen werden auch wenn keine neue Plugin Version erschienen ist. Zudem hat Yoav Farhi (@yoavf) auf dem WordCamp erwähnt, dass es einfacher werden soll Strings von anderen zu benutzen. Damit ist gemeint, wenn mein Plugin einen Satz verwendet der aber schon von einem Theme übersetzt worden ist, dann kann ich die Übersetzung auch für mein Plugin nutzen. Das ist ein interessanter Ansatz. Wie das später genau aussehen wird müssen wir abwarten.

Die Community

Das schöne am Camp waren aber nicht die Sessions. Die waren auch richtig toll aber viel schöner war es so viele tolle Leute kennen zu lernen. Ich habe mit so vielen gesprochen und zu viele kennen gelernt, dass ich jetzt schon gar nicht mehr alle Namen weiß.

Es war einfach alles vertreten. Ich habe mit blutigen Anfängern geredet und Bascis vermittelt und ich habe mit den Profis geredet und mir selber Tips abgeholt. Neben dem Lernen und Lehren war aber vor allem das Kennen-Lernen so toll. Ich habe weitere Sketchnoter getroffen / wieder getroffen (@pheminific, @ralfa), internationale Freelancer kennengelernt (und ein Job angebot bekommen, ob ich das annehme wird sich zeigen) und mit WordPress User und Entwickler reden dürfen.

Contributor Day

Den krönenden Abschluss gab es dann heute (Montag) mit dem Contributor Day. An diesem Tag galt es aktiv zu werden und der Community beizutreten und den OpenSource Gedanken zu leben. Über 40 Leute haben sich im Betahaus in Hamburg getroffen und sind in unterschiedlichen Teams verschiedenen Aktivitäten nachgegangen. Einige haben WordPress und Projekte übersetzt, andere haben am Core gearbeitet und Tickets gelöst und Patches geschrieben. Eine Gruppe hat sich um den Support im Forum gekümmert und Fragen beantwortet. Wieder andere haben Support für Themes geleistet. Ich war in der de.wordpress.org Gruppe, die ein neues Konzept für die offizielle WordPress.org Deutschland Seite entwickelt hat. Diese Seite war nämlich bis dato etwas vernachlässigt worden und viele User haben dort nicht die Infos gefunden, die sich dort finden sollten. Wir haben uns Gedanken gemacht (und werden die Arbeit noch fortsetzen) wie jeder Nutzer, der an WordPress interessiert ist, dort deutschsprachige Informationen findet. Diese Webseite soll somit zum Informations-Hub werden wie Birgit Olzem es so schön ausgedrückt hat.

Inzwischen bin ich wieder gut in Stuttgart gelandet, Deutschland hat 4-0 gewonnen und ich lasse euch jetzt mit ein paar Impressionen vom WordCamp alleine. Danke an Ulli Mattes für das schöne Video.

Veröffentlicht von Hans-Helge

Als studierter Informatiker arbeitet Hans-Helge gerne als freiberuflicher WordPress Entwickler und betreut neben eigenen Projekten viele andere Webseiten u.A. im ehrenamtlichen Bereich.

Beteilige dich an der Unterhaltung

6 Kommentare

  1. Zu deinem Plugin: bin gespannt darauf! Es ist gut, wenn man die Wahl hat, denn jeder Use-Case ist anders, genau wie Projektanforderungen und die Geschmäcker. Podlove mag das Non-Plusultra sein im Podcasting-Bereich, ist aber für „Normalo-Podcaster“ völlig überladen, viel zu viele Möglichkeiten.

    Mir reicht derzeit für meine Zwecke das Plugin „Seriously Simple Podcasting“ vollkommen aus. Simpel, aber gut.

    Außerdem gilt der alte Spruch: Konkurrenz belebt das Geschäft. Was würden wir zum Beispiel machen, wenn es kein „Antispam Bee“ geben würde? „Akismet“ verwenden, oder?

    Wünsch dir viel Erfolg beim Tüfteln und Entwickeln, und beim nächsten Mal lernen wir uns bestimmt auch mal kennen 🙂

    1. Genau so sehe ich das auch. Im Endeffekt entscheidet halt der Use-Case des Nutzers. Ich sehe das in so vielen Beispielen es gibt immer eine große Auswahl an WordPress Plugins, die im Grunde das selbe tun aber wenn man genauer hinguckt gibt es doch unterschiede. Aber schaden tut es dem WordPress „Markt“ ja doch nicht.

      Seriously Simple Podcasting ist ein sehr gutes Plugin. Von dem habe ich mir selber viel abgeguckt und gelernt, da es auch als Use-Case Kirchen im Blick hat.

      1. Ja, diesen Use-Case für Kirche etc. oder andere Vereine/Org. sollte man nie vergessen.

        Und damit mich kein Leser falsch versteht: Podlove ist ein herausragendes Plugin, absolut! Es ist aus meiner Sicht perfekt für Profi-Broadcaster mit ganz speziellen Bedürfnissen. Für viele andere Anwender mag ein „Golf“ durchaus ausreichen, um mal den Vergleich in die Autobranche zu ziehen… 🙂

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.