Schwörmontag – Nabada

Eine Woche ist es schon her, dass Schwörmontag in Ulm war. Dies ist ein lokaler Feiertag und findet nur Ulm statt. Ein Höhepunkt am Montag ist, wie jedes Jahr, das Nabada (=Hinunterbaden). Beim sogenannten Nabada begeben sich viel mutige Ulmer mit, Booten und auch Flößen oder auf andere schwimmende Weise auf die Donau. Begleitet werden die Wasserratten von 14 offiziellen Themenbooten, von Vereinen und anderen Gruppen. Das ganze Schauspiel weist karnevalistische Züge auf und ist heiß begehrt. Rund 60.000 Zuschauer kommen jedes Jahr an die Ufer und Brücken um zuzuschauen wie die Themenboote ausschauen. 

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Das aber wohl lustigste am ganzen Spektakel ist – die restlichen Seefahrer machen sich einfach nur nass. Die Boote und Flöße haben Wasserspritzpistolen und vor allem Eimer, Eimer und noch einen Eimer. Denn damit geht es schneller. Auf ca. 7 km gibt es wohl die größte Wasserschlacht, die ich je gesehen habe. Es hat bestimmt keine 5 min gedauert bis ich komplett nass war 🙂 Gut 1h hat das ganze gedauert und ich muss sagen, die Zeit verging schneller als man denkt.

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(Auf dem zweiten Bild sind sogar wir zu sehen. Das graue Boot links vor dem Themenboot. Der Typ in der Mitte bin ich)

Neben den, sehr einfallsreichen und auch mit liebe gestalteten, Themenbooten gibt es viele Musikvereine die sich jährlich auf die Donau wagen. Da ich selber Musiker bin war ich total überrascht. Aber die gute Blasmusik hat die Stimmung ungemein erheitert. Faszinierend fand ich wie gerade die Musikerboote geschwankt sind. Natürlich haben die das absichtlich gemacht, aber das sah schon sehr gewagt aus.

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Im Großen und Ganzen muss ich sagen – Ich bin begeistert. Obwohl wir nur zu dritt waren hatten wir viel Spaß und auch ohne 30°C hat es sehr viel Spaß gemacht. (Habe ich schon erwähnt dass die Donau nur 15°C hatte 😉 ) Zudem war ich überrascht das sich die meisten an die Regeln/den Codex gehalten haben und keine Themenboote nass gemacht und auch nicht andere Teilnehmer zum kentern gebracht haben. Ich glaube nächstes Jahr muss ich mir am Schwörmontag frei nehmen um wieder dabei zu sein.

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SoLa – Gangs of New York

Zum dritten Mal für mich und zum fünften Mal insgesamt fand das SoLa Frankfurt statt. Ein christliches Zeltlager (SOmmerLAger). Dieses Jahr war mal ein etwas moderneres Thema dran. „Gangs of New York“ war an der Tagesordnung viele Gangster machten den Lagerplatz unsicher.
 

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Knappe drei Wochen war ich dabei. Davon war ich ein paar Tage vor dem Lager schon da um mit beim Aufbau zu helfen. Dann kamen auch schon die Teilnehmer der ersten Woche. über 170 Teenies konnten wir begrüßen und in sechs Gruppen ging es heiß her. In der zweiten Woche waren es dann „nur“ ~70 Jungschaler und durch ein paar junge Teenie-Mitarbeiter waren wir auch in der Mitarbeiter zahl besser vertreten.

<h3>Aber was lief es denn so ab auf dem SoLa?</h3>

Im Großen und Ganzen sind beide Lager identisch. Natürlich gibt es ein paar Abwandlungen bei den Kids. Am ersten Tag kamen die Teilnehmer (TN) auf dem Lagerplatz an und mussten sich erstmal die Gang (Gruppe) suchen – man kommt ja schließlich nicht einfach so in eine Gang. Aber sobald sie das erfolgreich geschafft haben kann es los gehen. Das kennen innerhalb der Gruppe kann stattfinden und die Gang wächst zusammen. „Wir sind die coolsten und die anderen Gangs sind alle doof!“

Mit (Nacht)Geländespielen konnten die Gangs zeigen was sie drauf haben und so Punkte sammeln die für die abendlichen Pokale zählen. Denn es gibt drei Pokale abends zu vergeben. Zum einen gibt es den <strong>Sportpokal</strong>, wohl einer der begehrtesten Pokale. Da neben gibt es normalerweise einen <strong>Putzpokal</strong>. Diesen gab es aber dieses Jahr nicht. Statt dessen haben wir beschlossen einen neuen Pokal einzuführen: den <strong>Konkret-Krass-Spuren-Beseitigungs-Pokal</strong>; da wir ja alle böse Gangs sind und von der Polizei nicht erwischt werden wollen müssen wir immer unsere Spuren beseitigen. Ergo: Welche Gang am besten Ordnung hält bekommt diesen Pokal. … OK die schlauen Leser unter euch werden jetzt rufen: „Aber das ist doch das selbe wie der Putzpokal!“ und die intellektuellen Leser werden wohl jetzt sagen: „Das ist ein Euphemismus!“ Ja ihr habt recht – Aber wir hatten dennoch eine menge Spaß mit dieser Namensänderung. Last but not least, gibt es noch den <strong>Baupokal</strong>.

Eine Sache die das SoLa ausmacht ist, dass die TN viel selber bauen. Vom Hammer über die Säge bis hin zum Beil und zur Axt haben wir alles da und die Gruppen können mit viel Holz eigene Dinge bauen. Zu den Dingen die zuerst gebaut werden gehören immer eigene Bänke, Zäune und Werkzeugständer. Aber der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Von Hängematten-Oasen über Minibars hin bis zum Barfußpfad ist alles vertretten.

Ein weiteres Merkmal eines SoLas ist der Turm. Wir bauen immer einen Turm aus Holz. Bis letztes Jahr waren es immer zwei Stockwerke, aber dieses Mal haben wir noch einen drauf gesetzt und drei draus gemacht. Dadurch war der Turm ca. 9m hoch. Eine Gang hatte dann noch einen kleinen Turm selber gebaut und diese beiden haben wir dann noch mit einer Hängebrücke verbunden.

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Während die Gangs so vor sich hin lebten und illegale Geschäfte machten haben die Cops das bemerkt und wir mussten fliehen. So sind wir mit Sack und Pack geflohen und haben mitten in der Wildnis übernachtet. Aber wie sollte es anders sein – die Bullen haben uns entdeckt und wir wurden gegen halb 4 morgens durch eine Razzia geweckt und in Bewährungshaft zurück ins Lager geschleppt. 

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Durch einen gnädigen Richter mussten wir nicht ins Gefängnis sondern konnten durch Sozialstunden, die wir in der örtlichen Gemeinde ableisteten, davon bewahrt bleiben. Aber warum war der so gnädig? Nicht von alleine, das steht fest. Sondern Mr. Soschell, unser Bewehrungshelfer, hat sich für uns eingesetzt. Mit der Zeit konnte Mr. Soschell auch die Gangchefs etwas beruhigen und nach und nach für mehr Frieden im Getto sorgen.

Wohl der wichtigste, was ein SoLa ausmacht habe ich noch nicht erwähnt. Jeden Abend gibt es einen kleinen Input im großen Zelt. Die ganze Story, die sich während des Lagers so abspielt, wird immer im Einklang mit einer Geschichte aus der Bibel erzählt. So versuchen wir den Teens und den Kids Jesus näher zubringen. Dazu macht jede Zeltgruppe morgens Stille Zeit und wir versuchen mehr Bibel wissen den TN zu vermitteln.

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<h3>Aber was macht das SoLa so besonders?</h3>

So genau kann man das gar nicht sagen. Sind es die Inputs im großen Zelt? oder doch die Bauzeit? Ich glaube jeder würde was anderes sagen, aber im Großen und Ganzen kann man sagen es ist nicht allein unser Verdienst sondern das Lob gehört vor allem Gott, denn ohne ihn gäbe es das SoLa gar nicht. Zudem denke gehen wir Mitarbeiter mit einer Liebe und Leidenschaft an die Arbeit das sich natürlich auf die TN überträgt.


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