13. Woche – Bataillons EAKK

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Schade – die AGA ist vorbei und die letzte Woche in der 5. Kompanie ist zuende. Es war noch mal eine chillige Woche, wie ich finde und war ein lustiger Abschluss.

Montag – Für diese Woche stand ganz klar Bataillons EAKK auf den Dienstplan. Die AGA hatte ja schon vor ein paar Wochen die EAKK gemacht, aber diesmal sind es nicht wir die etwas lernen sollen sondern das Bataillon, also die Dienstgrade (Unteroffiziere und Offiziere). Wir, als Aganauten, haben mitgeholfen damit das ganze funktioniert. Wir wurden in verschiedene Gruppen aufgeteilt und sind als Rollenspieler aufgetreten.

Unsere Gruppen war mit der 3. Kompanie zusammen, die vieles der EAKK plante und geleitet hat. Wir sind deshalb am Montag zu denen gegangen und der StUffz hat uns alles erklärt. So gegen 10 Uhr waren wir damit auch schon fertig und wir sind zurück in unsere Kp gegangen.

Zu unserem Pech mussten wir dann nach dem Mittag die ganze Zeit Stuben und Reviere putzen. Das war ein wenig doof, aber so ABMs (Arbeitbeschaffungsmassnahmen) gehören halt zur Bundeswehr.

Dienstag – Am zweiten Tag ging es wieder wild zu … für manche 😉 Da wir in verschiedene Gruppen eingeteilt waren haben wir natürlich auch verschiedene Sachen gemacht. Alle Gruppen bis unsere sind raus ins Feld gefahren und haben ihre Parts geübt. Was haben wir gemacht?? Nichts! Rein gar nichts. Wir saßen den ganzen Tag auf Stube fest und haben gewartet. Da wir aber im Dienst waren durften wir nicht schlafen, kein Handy benutzen o.Ä. – aber die Realität sieht wie immer anders aus. Der Ausbilder der da war hat mal ein Auge zugedrückt und fast alle haben gepennt. Ich habe die Zeit einfach mal zum lesen genutzt und habe knappe 100 Seiten in meinem Buch geschafft. Das ärgerliche daran ist aber nicht, dass wir nichts zu tun hatten, sondern das draussen so geiles Wetter war das man eigentlich nicht drin bleiben sollte. Naja – Schade!

Mittwoch und Donnerstag – In der Mitte der Woche wurde es dann ernst. Wir sind schon früh raus. Um kurz nach 6 wurden wir mit der 3. Kp ins Lerchenfeld gefahren und haben dort alles vorbereitet. Wir waren nämlich für den Checkpoint dran. 3 Gruppen sollten dort ihr Können unter beweis stellen. Wir haben extra vom Theater Ulm Kostüme bekommen damit wir auch so gut es geht authentisch rüberkommen als Zivilisten im Nahen Osten, oder wir die Bundeswehr sie nennt: Locals.

Das ganze lief dann so ab, dass eine Gruppe den Checkpoint besetzt hat und wir hatten verschiedene Phasen/Szenerien vorbereitet die der Checkpoint bewältigen musste. Das reichte von einfacher Personenkontrolle bis hin zum Aufstand. Hier mal meine zwei lieblings Phasen:

1) Ein Ziviles Fahrzeug mit 2 Männern nährt sich dem Checkpoint und spät mit einem Fernglas aus. Dannach fährt es weg und kommt nach unbestimmter Zeit wieder. Beim zweiten auftauchen des Fahrzeugs laufen die Zivilisten weg und einer der Insassen schießt auf den Checkpoint. Nach kurzem Feuer legt der Schütze seine Waffe nieder und rennt weg. Der Fahrer bleibt im Wagen mit einer Handgranate bewaffnet und wirft die wenn der Checkpoint nicht schnell genug reagiert.

Anmerkung: Leider konnten wir dies Phase nie ganz durch spielen. 🙁

2) Der Bürgermeister des Orts kommt zum Checkpoint und fordert ein wenig Essen und Medikamente für sein Dort. Der Checkpoint sollte dann freundlich abweisen und nichts geben. Darauf hin droht der Bürgermeister wiederzukommen mit mehr Mann. Nach kurzer Zeit kommt dann ein wütender Mob auf den Checkpoint zu.

Anmerkung: Es war leider zu wenig Zeit vorhanden und so haben wir diese Phase noch nicht mal im Ansatz durch genommen. Das wäre aber sehr lustig geworden.

Im Großen und Ganzen war es sehr lustig zusehen wie sich die Dienstgrade anstellen. Ich weiß es ist gewagt als Rekrut sowas zu sagen. Wir waren bei unsere EAKK auch nicht viel besser, aber wir haben es auch zum aller ersten Mal gemacht. Manche Dienstgarde haben sich schon ganz schön blöd angestellt (Tschuldigung wenn ich das so hart hier formuliere). Wenn man überlegt, dass diese Männer das schon öfters gemacht haben und ggf. selber Ausbilder sind dann ist das einfach nur peinlich. Peinlich für die nicht für die Bundeswehr, es gibt ja immer noch Soldaten die es können.

Am Donnerstag gab uns der StUffs, der unsere Gruppe geleitet hat, noch ein Bier aus. Begründung: wir haben sehr gut mitgemacht, unser Verhalten hat gepasst und als Rekruten, die das noch nie so gemacht haben, haben wir sehr gut reagiert. Das fand ich schon sehr konkret von ihm – Es gibt auch noch nette Leute bei der Bundeswehr 😉

Für den Abend war eigentlich eine gechillte Dienstunterbrechung angesetzt, aber wie wir inzwischen wissen ist nichts so flexibel wir der Dienstplan der Bundeswehr. 24 Mann wurden auserwählt die dann abends im Dienstanzug (der Anzug den wir auch beim Gelöbnis an hatten) Fackeln hielten. Der Generalleutnant unseres Kommandos wird nächste Woche verabschiedet und hat noch eine kleine privat Party geschmissen mit den engsten Freunden. Und zum passenden Ambiente wurde extra das Heeresmusikkorps 300 aus Koblenz rangeholt die 5 Stücke für den General spielten. Wir als kleiner Rekruten bekamen Fackeln und haben den Musikern Licht gespendet damit die was sehen konnten, denn wir standen draußen im Hintergarten uns es war schon 22 Uhr – als dunkel.

Freitag – Für den letzten Tag war eigentlich der BFT (Basis Fitness Test) angesetzt, aber der Hauptmann hat es gestrichen und dafür haben wir noch ein wenig gereinigt. So konnten wir schon um 9.30 Uhr ins Wochenende gehen. Das war mal angenehm 🙂

12. – Abschlussmarsch – Wir haben es geschafft!

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Die wohl anstrengendste Woche liegt hinter uns. Ich sage euch ein Abschlussmarsch sollte man nicht unterschätzen.

Montag – Es wird ernst und alle kommen schon angespannt in die Kaserne. Sonntags haben wir natürlich alle unsere Rucksäcke gepackt, aber wir dachten/hofften das es erst am Dienstag ernst wird. Pustekuchen! Die Ausbilder hatten andere Pläne mit uns. Wir durften zumindest noch bis 5 Uhr schlafen und frühstücken aber danach ging es alles Schlag auf Schlag. Die Waffen wurden geholt und man hat schon mal aufmunitioniert damit es schnell los gehen kann. Vor dem Mittag sind wir dann auch auf gebrochen ins bekannte Lerchenfeld und haben dort unsere Lager bezogen. Zelte aufbauen und was eben so ansteht.

Der Montag war ausschließlich für die Rekrutenbesichtigung da. Das heißt wir wurden getestet über das Zeug was wir in den letzen Monaten gelernt haben bzw. gelernt haben sollten. Darauf gab es dann Punkte. Aber wir wussten natürlich alles 😉 und keiner ist durch gefallen … hätte mich auch stark gewundert bei dem tollen Punktesystem der Ausbilder. Also wir wurden über die Waffen ausgefragt, mussten mit Karte und Kompass umgehen können, Fernmeldedienst, usw. usf. Ihr seht es gibt vieles was man als Rekrut wissen muss.

Nachts gab es nichts spannendes außer das wir auch wieder Streife laufen mussten und Alarmposten hatten. Aber morgens wurde es erst richtig spannend. Eigentlich ist es so das der letzte Alarmposten die Gruppe weckt, nur leider hat dieser Alarmposten selber gepennt das wir verpennt haben und hastig gegen 6 Uhr zum Frühstück gekommen sind. Natürlich gab es deswegen ein wenig Stress aber im Großen und Ganzen war es irgendwie lustig 😉 Ich empfehle es euch dennoch nicht nach zu machen – Die Ausbilder reagieren darauf immer etwas allergisch.

Dienstag bis Donnerstag – Der echte Spaß begann aber erst am Dienstag. Vormittags wurden wir noch ein wenig getestet. Nach dem Mittag aber ging es noch mal in die Zelte. Befohlenes Schlafe für 4 Stunden – Dies waren die letzten Stunden Schlaf für uns. Zu unserem erfreuen durfte jede Gruppe nur 4 Schlafsäcke behalten, die dann durch gewechselt werden. (In mancher Hinsicht bin ich ja ehrgeizig und ich wollte mal sehen ob ich den Schlafsack durch tragen kann… )

Jede Gruppe wurden dann mit Autos nach Erstetten, das ca. 30km westlich der Kaserne liegt, gefahren. Unser Auftrag war klar: Der Feind hat uns entdeckt und wir müssen Richtung Kaserne ausweichen. Am Startpunkt ging es dann gleich richtig los. Schüsse fielen und wir mussten durchs Dickicht ausweichen. Über Stock und Stein ging es mehrere Stunden. Dass das ganze zu Fuß war muss ich ja nicht erwähnen, oder 😉 ?? (Man bedenke wir trugen alle ca. 20kg am Mann) Wir merken uns also gegen 18 Uhr sind wir los gelaufen. Pausen gab es bei uns nicht gerade reichlich, aber das war nicht so schlimm. Dafür sind wir ein paar Kilometer mehr gelaufen – unser Gruppenführer hat uns einen kleinen Umweg laufen lassen. Naja es kann ja nicht jeder Karten lesen ^^ (Das ist jetzt gar nicht böse gemeint. Wir stehen alle hinter unserem Gruppenführer!!) Nachdem wir also dann nachts gegen 23 Uhr einen vereinbarten Ort zur Rast gefunden hatten, konnten wir etwas warmes trinken (Danke Spieß!) und hatten ein wenig Zeit etwas von unserem EPA zu essen. Danach ging es gleich weiter, denn wir wollten ja auch irgendwann ankommen. Es ging dann schnell aus dem Wald raus, worüber wir sehr froh waren, denn im Wald hatten manchmal nicht den Vordermann gesehen nur erahnt (wenn man gegen den Rucksack läuft ;). Nach ein paar weiteren Kilometern erreichten wir eine kleine Brücke uns überquerten die Blau, aber nicht genug. Kurz danach kam ein „kleiner Berg“ den wir leider besteigen mussten. Ich bin schlecht im schätzen aber ich denke mal das es über 1km bergauf ging und das war kein Spaziergang (der Rucksack und Schlafsack sind immer noch auf dem Rücken!) Aber von aufgeben war keine Rede – denn Reden konnten wir gar nicht mehr.

Also weiter ging’s! Laufen, Laufen, Laufen und dazwischen auch mal Atmen … Plötzlich meldet unser Gruppenführer das vorne ein beleuchtetes Fahrzeug steht mit zwei Mann drin. Bewaffnung Unbekannt. Sein Befehl war wir um laufen es einfach – Macht Sinn. So ersparen wir uns ein Gefecht und können gleich weiter. Als wir es fast ganz umgangen sind meldet sich unser Schiedsrichter, der mit lief, mal wieder zu Wort und sagt, dass das friedliche Personen waren und die warme Getränke für uns hätten. Aber Nein es geht weiter keine Stopp mit warmen Tee. Hmmm, Schade! So liefen wir noch 1-2km weiter und suchten einen kleinen Wald in denen wir diesmal eine längere Pause machen konnten. Die Pause von 1.5 Stunden war dann so zwischen 3 und 4 Uhr. Also schnell etwas trockenes Anziehen und etwas warmes essen, denn danach wurde es noch mal lustig.

pünktlich zum Sonnenaufgang marschierten wir dann weiter und erfreuten uns an den kleinen Serpentinen, die uns zu einem kleinen Fluss führten. Wie der Zufall es wollte gab es keine Brücke in der nähe uns so mussten wir wohl oder übel da durch. Das war im Prinzip gar nicht so schlimm. Das Wasser war zwar etwas kälter aber es tat auch gut und machte einen wach. Ich gebe euch einen Tipp, wenn ihr nicht den Grund sehen könnte dann geht vorsichtig ins Wasser. Es sei ihr wollt baden gehen, denn genau das habe ich gemacht. Ich hab nicht aufgepasst und ich lag schneller im Wasser als ich gucken konnte. Aber macht nichts: Ich habe ja noch Ersatzwäsche im Rucksack, der nicht ganz nass geworden war. Hinter mir der Kamerad dachte sich so, hmm wenn ich jetzt lache fliege ich bestimmt selber in den Fluss … egal. Also lachte er und was passierte ?? Er fiel auch rein ^^. Es war irgendwie lustig! Der Berg danach nicht mehr. Das war wohl das steilste Geländestück das ich je bestiegen haben und das noch mit Gepäck.

Das Laufen hat sich ja inzwischen schon routiniert und man dachte gar nicht mehr viel nach. So waren wir froh als wir eine kleine Hütte erreichten wo wir wieder warmen Tee bekamen. Zu unserem Unglück kamen ein paar „Holzfäller“ (also Rollenspieler) und sagten uns das nicht weit von hier ein Feld mit vielen toten Tieren sei. Leider waren es keine Minen o.Ä. und so mussten wir von ABC-Waffen ausgehen. Wie der Zufall es wollte waren es ABC Waffen und wir liefen nun mit voller ABC-Schutzausrüstung quer über das Feld. Aber dann wussten wir endlich wo wir sind. Wir hatten den Truppenübungsplatz erreicht. Somit wussten wir das es nur noch 10km bis zur Kaserne waren. Fast geschafft – Lima Romeo!

Es ist zwischen 9 und 10 Uhr und seit 30 Stunden auf den Beinen. Im Lechenfeld selber gab es aber ein weiteres Problem, abgesehen das wir alle fertig waren und nur noch Heim wollten. Zwischen uns und dem Weg lag ein Minenfeld. Es standen zwei Alternativen zur Wahl: Entweder wir laufen 20km Umweg oder wir kriechen durch ein Abflussrohr, also unter dem Minenfeld durch. Ach wären wir doch nur die 20km gelaufen ^^ Gegen Ende so was einzubauen in den Abschlussmarsch war schon krass. Meine Knie sind nun noch kaputter als vorher, aber davon nicht genug. Ich hatte wirklich keine Kraft mehr in den Armen das ich den Rucksack zu 90% mit dem Kopf durch die Röhre schob xD Ich habe nun leichte Kopfschmerzen aber ich habe es geschafft. Juhu die letzte Station haben wir hinter uns … sicher?

Nun hieß es nur noch laufen und so schnell wie möglich weiter kommen. Aber man merkt das die Ausbilder richtig lustig waren, denn gegen Ende gab es noch etwas. Plötzlich liegt da doch so ein Verletzter am Wegrand, der ganz zufällig in die Kaserne muss. „Können Sie laufen wenn wir sie stützen?“ – „Nein!“. Haben wir es doch gewusst. also schnell zwei Baumstämme her und die Zeltplanen drum. Und dann ging es ab. Wir waren so um Ende aber wir haben es unter Qualen und Schmerzen in 60min geschafft die Kaserne zu erreichen. Zum vergleich: Ohne Verletzen und ausgeruht haben wir 45min gebraucht, aber jetzt waren wir total ausgepowert und hatten schon 30km hinter uns und nun der Verletzte, aber wir haben dennoch nur 15min mehr gebraucht. Ich will nicht angeben, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Gegen 12 Uhr reichten wir dann das Kasernen Tor und er Schlafsack war immer noch auf meinem Rücken. Ich habe es wirklich geschafft!

Jetzt hieß es erstmal sich freuen und dann Waffen reinigen.

Abend wurden wir noch mal rausgerufen. Warum wusste keiner. Unser HFw hat uns dann zur feierlichen Litzen vergabe gebracht. D.h. der Zugführer und der Gruppenführer steckten grüne Litzen an die Schulterklappen als Zeichen das wir die AGA bestanden haben. Dazu gehört aber auch eine ordentliche Biertaufe. Also Bier über die Schulter, über den Kopf, in die Hose, ins Hemd, in den Mund, in die Schuhe und wo die Ausbilder noch Bier hinschütten wollten ^^ Es war echt lustig. Aber wir sind jetzt Grün! Es hat sich also gelohnt.

Freitag – Der Freitag bestand hauptsächlich aus reinigen und warten auf Dienstschluss. Aber nun sitze ich im Zug und bin froh dass diese Woche auch vorbei ist.

Kleine Sünden bestraft der liebe Gott zuerst

Eine kleine Situation aus dem Alltag beschäftigte mich letzte Woche über die ich aber schnell auch lachen konnte.

Jeder kennt den Spruch: Kleine Sünden bestraft der liebe Gott zuerst. Große nach neun Monaten. Mir geht es jetzt aber hauptsächlich um den ersten Teil.

Beim Frühstück in der Kaserne geht es mehr oder weniger Wild zu. Die fast 50 Rekruten sind hungrig und wollen ihr Verlangen nach Nahrung stillen. Ich bin da nicht anders. So kann es schnell mal zu einem kleinen Gedränge am Kaffeeautomaten und der daneben stehenden Milchzapfanlage kommen. Das jeder noch müde ist und eigentlich wieder in sein Bett will ist es eigentlich weniger ein Gedränge als eher ein Auflauf. Am besagten Tag nun wollte ich mich ein wenig durch die Schlange quetschen, die auf Kaffee wartet um schneller an die Milch zukommen. Soweit kein Problem. Nur leider bin ich ungünstig an die Tasse eines Kameraden gekommen und ein paar Milliliter des kostbaren Heißgetränks fand seinen Weg zum Boden. Da die Zeit sowieso schon gestrafft ist und die Stimmung noch im Bett regte sich der Kamerad einwenig auf. Eigentlich bin ich ja ein liebevoller und geduldiger Mensch* aber morgens bin sind diese Tugenden noch nicht vorhanden. So haben wir uns halt kurz gegenseitig angeschnauzt und gut war.

Ohne weiter darüber nachzudenken ging ich mit meiner Tasse Milch zu meinem Tisch und wollte nun genüsslich mein Müsli essen und war schon gedanklich total darin versunken, dass ich nicht bemerkte wie ein anderer Kamerad seine Regenjacke auszog. Da ich wie gesagt bei meinem Müsli schon war lieft ich ihm regelrecht in die Arme und die Milch meine Hose runter und auf meine Schuhe. Natoll! Meine Tasse war nun nicht halb voll sondern halb leer – was für ein scheiß Start in den Tag.

Am Platz regte ich mich still noch ein wenig darüber auf das er sich nicht entschuldigt hatte und da viel mir plötzlich die Situation davor ein. Ist das nicht eben schon mal passiert nur das weniger Flüssigkeit verschüttet wurde? Als ich die zwei Situationen verglich ist mir der Spruch von oben eingefallen: Kleine Sünden bestraft der liebe Gott zuerst… Aber warum Sünden? Im Prinzip habe ich ja nicht wirklich gesündigt. Im Grunde Jein! Kaffee und Milch verschütten ist keine Sünde aber die Frage ist, warum bin ich denn sauber geworden? Sollte ich mich als Christ nicht eher Entschuldigen und liebevoller mit meinen Mitmenschen umgehen? Zu schnell begegnet man sich in Hass obwohl eigentlich gar nichts passiert ist.

Achtet mal selber drauf wo ihr schnell unfreundlich werdet obwohl es nur eine Kleinigkeit wird. Ich will hier keinen Grundlegend ändern, das kann ich ja selber noch nicht mal, aber wenn man seinen Mitmenschen freundlicher begegnet wird die Welt ein kleines Stückchen besser.

*Anmerkung das Autors: Wer mich kennt versteht die vielleicht die leichte Übertreibung 🙂

Ein Spind bei der Bundeswehr

Im Spind muss Ordnung herrschen. Aber wieso muss ich da Ordnung halten? Und wie sieht ein Musterschrank aus? Fragen über Fragen tauchen auf wenn man zur Bundeswehr kommt. Die meisten Fragen können geklärt werden aber manche bleiben für immer unbeantwortet.

Das die Bundeswehr für Zucht und Ordnung bekannt ist, ist ja kein Geheimnis mehr. Alles hat seine Ordnung und wo keine Ordnung ist wird eine geschaffen…

So heißt ist auf jeden Fall. Aber ist das wirklich so „schlimm“ wie alle behaupten? Ich bin ja nun schon über 2 Monate bei der Bundeswehr. Wie so viele Jungs in meinem Alter bin auch ich kein ordentlicher Mensch und mein Zimmer sieht zum Großteil der Zeit unordentlich aus. Mein Schrank dagegen ist etwas besser organisiert. Auf jeden Fall finde ich immer was zum Anziehen.

Bei der Bundeswehr musste ich dagegen eine regelrechte 180° Wende machen. Die Stube kann ja nicht so unordentlich werden wie mein Zimmer. Das liegt daran das ich a) nicht so oft in der Stube und b) In der Stube einfach so gut wie keine privaten Sachen von mir sind. Dafür habe ich aber viele Utensilien vom Bund bekommen und die wollen geordnet sein.

Ich habe mal unten 4 Bilder angehängt an denen ihr mal nachvollziehen könnt wie ordentlich es beim Bund zu geht. Ich weiß es ist kein Musterschrank aber mal unter uns, wenn die Ausbilder einen Fehler finden wollen dann finden sie ihn auch.

Die neuen Spinde die wir haben sind sehr groß, da passt wirklich viel rein. Er ist dreigeteilt und in jedes Fach gehören bestimmte Dinge. Hier mal die Auflistung was in welches Fach muss:

Oberes Fach:

  • Schlafsack + Biwak Sack
  • Helm
  • ABC-Schutzmasken Tasche inkl. Inhalt
  • 3 Taschen ineinander:
    1. Kampfrucksack in
    2. Kampftragetasche in
    3. Seesack

Linkes Fach:

  • blaue Diensthemden
  • Barett
  • ganz links ist für private Sachen
  • Wertsachen im verschlossenen Fach
  • Feldflasche; Pig Pot; Besteck
  • Waschzeug
  • Diensthefte + Schreibzeug
  • Trainingsanzüge
  • 2 Schubladen
    1. Unterwäsche; Socken; Handschuhe; Badehose
    2. 3x Magazin; Waffenreinigungsset; Schuhputzzeug; Kampfmesser; Essbit + Kocher; Riemen
  • An der Tür
    1. Handtuch
    2. Wäschesack

Rechtes Fach:

  • Feldanzug + Tropenanzug
  • T-Shirts + Rollies
  • Feldmütze + schwarze Strickmütze in der Wintermütze
  • lange Unterhosen
  • Schlafanzüge
  • 2 Feldjacken; Nässeschutz; Koppel; Splitterschutzweste (SpliSchu); Dienstanzug
  • Klappspaten
  • Zeltbahn + Besteck
  • 6 Paar Schuhe
    1. Kampfstiefel
    2. Gummiüberziehschuhe
    3. schwarze Dienstschuhe
    4. weiße Hallenschuhe
    5. schwarze Sportschuhe
    6. blaue Badeschlappen
  • An der Tür
    1. Hosenträger
    2. sämtliche Gürtel
    3. Kravate

Ihr seht, da muss einiges rein. Und wie ein Wunder es passt auch alles rein. Wenn man es richtig macht. Es gibt nämlich ein paar Bedingungen:

  • Alles muss an seinem Platz sein
  • T-Shirts und Feldanzüge MÜSSEN DIN A4 gefalltet sein
  • Gegenstände müssen sauber sein (bis auf das Zeug im Wäschesack)

Auf dem ersten Bild sieht man gut wie es aussieht wenn die Shirts und Blusen DIN A4 faltet. Dafür gibt es natürlich Tricks und Hilfsmittel aber dennoch braucht es ein bisschen Übung. Dies ist vor allem ein Punkt wo die Ausbilder gerne Fehler finden. D.h. wenn sie Fehler suchen 😉 Desweiteren müssen die Flaggen auf den Jacken alle a) sichtbar sein und b) auf einer Höhe liegen. Dies ist z.B. ein Punkt wo ich mich fragen was bringt das mir? Wissen die Ausbilder nicht wie eine Deutschlandflagge aussieht? Wenn das der Fall ist dann ist es jetzt auch zu spät. Auf dem 2. Bild sieht man den Rest des Spinds. Wenn ihr aufmerksam die Liste oben gelesen habt dann fällt euch auf das ein paar Sachen fehlen. Das liegt daran das ich meinen Dienstanzug an habe und dazu z.B. auch das Barett gehört. Die Fotos wurden nach meinem Gelöbnis gemacht. Auf dem 3. Bild sieht man wie schön das grüne Handtuch gefaltet ist. Das blaue dahinter dagegen nicht 🙁 Aber dies ist ja auch mein privates. Für private Dinge gelten andere Regeln. Last but not least, sieht man noch wie sauber das Fach mit der Feldflasche, dem Pig Pot und dem Besteck ist. Der Grund warum dies so eingeräumt sein muss ist, damit die Ausbilder sofort sehen ob die Ausrüstung gesäubert wurde. Macht irgendwie Sinn. Wer will schon aus dreckigem Geschirr essen? Das ist nicht nur eklig sondern auch unhygienisch.

Fazit

Es hat Vor- und Nachteile dieser strickten Ordnung. Die Vorteile liegen ja auf der Hand: Es sieht gut aus und man findet schnell alles. Nachteil ganz klar: Es macht Arbeit. Ein weitere Nachteil für die Rekruten ist, wenn die Eltern kommen erfahren die dass der Sohn ja doch Ordnung halten kann. Ich habe es ja selbst erfahren können. Keine Mutter konnte es glaube das der Spind ordentlich ist bevor sie es nicht selbst gesehen hat. Daraus ergibt sich natürlich ein Kette weitere Nachteile, dass man ggf. da Heim auch so aufröumen muss. Aber „zum Glück“ kommt dann auch bald die Zeit, wo man auszieht in eine eigene Wohnung und dort kann man die alten Umstände wieder neu aufleben lassen.


11. Woche – Gelöbnis

Eine sehr entspannte Woche!

Montag bis Mittwoch – Eigentlich gibt es nicht viel zu sagen. Wir haben in den Tagen nur gelernt wie man richtig marschiert. Als ob wir das noch nicht konnten 😉 Jetzt wissen wir wie man richtig „ohne Tritt“, „im Gleichschritt“ und mit Waffe marschiert. Aber gebraucht haben wir nur „ohne Tritt“ die wir schon seit Anfang an benutzten. Also im Prinzip kann man sagen wir hatten nur Formaldienst!

Donnerstag – Gelöbnis!!!! Ok ein bisschen mehr war schon los. Morgens kamen ein paar Eltern und hatten die Möglichkeit die Kaserne und die Stuben anzusehen (dafür wurde natürlich auch richtig geputzt und auch der Spint war tip top). Nach dem Mittag ging es in eine andere Kaserne. Dort gab es einen Feldgottesdienst, also den Gelöbnisgottesdienst. War jetzt nicht außergewöhnlich aber OK. Gegen 15 Uhr sind wir dann nach Illertissen gefahren (ca. 30km südlich) um dort auf einem Sportplatz unser Gelöbnis abzuhalten mit zwei anderen Zügen. D.h. wir waren 3 Züge aus verschiedenen Kasernen. Nach ca. 1 Stunde stehen durften wir uns dann auch endlich wieder bewegen und konnten ins Wochenende gehen. Ja genau: Unser Wochenende hat schon am Do. angefangen. Der Freitag wurde uns frei gegeben. Zweck: Gelöbnis. Das war eine nette Geste unseres Chefs, was anscheinend nicht selbst verständlich ist. Zudem musste auch keiner GvD (= Telefonposten) am Wochenende machen, so konnte wirklich jeder der Rekruten Heim.

Freitag – Wochenende 😛

Hier noch ein Bilder vom Zug so mussten wir über 1 Stunde stehen und durften nichts sichtbar bewegen.

Zug Bild am Gelöbnis